San Rocco in Supiane

Eineinhalbstündige,  anspruchsvolle Wanderung  von  Fasano  Sotto  nach Supiane  und  zurück.  Höhenunterschied: 300  Meter.

 

Von  der  Bushaltestelle  an  der  Piazza Pedrazzi  aus  gehen wir die Via Cipani hinauf. Von  den  Fasanesen wird  sie  -sie  war  einst  Teil  der  von  Salò  nach Maderno  führenden Uferstraße  -  "La Rata"  (=  die  Steige)  genannt. Der  Bildstock  an  der  ersten  Kreuzung links  stellt  die  Schutzheiligen  von Fasano,  Faustino  und  Giovita,  dar. Sie  fanden  unter  Kaiser  Hadrian  in Brescia  den  Märtyrertod.  Im  Jahre 1438 sollen sie zum Sieg Brescias über den  Mailänder  Condottiere  Niccolò Piccinino  beigetragen  haben;  seither werden  sie  als  Schutzheilige  der Diözese und der Stadt Brescia verehrt. Der  im  Brescianischen  verbreitete Vorname  Faustì  zeigt,  wie  populär zumindest  einer von  ihnen  ist. In  der  etwas  unterhalb  der  Kreuzung gelegenen  Pfarrkirche  von  Fasano sehen wir sie wieder. Es sind -  an der Ostseite des  Chores  -  die beiden  Krieger auf  dem  die Kreuzabnahme darstellenden  Gemälde  aus  dem Jahre  1577.  Es stammt von  Camillo  Ballini,  der sich, wie  aus  dem  kleinen  Schriftstück  zu Füßen  des  toten  Christus  hervorgeht ("Camillus  Ballinus  Titiani  alumnus faciebat..."),  für  einen  Schüler  Tizians hielt.

Wir gehen nun die Via Resola  hinauf und  stoßen  in  Fasano  Sopra  auf das den  Heiligen  Fabian  und  Sebastian geweihte  Kirchlein.  Es  ist  innen ansprechender  als  außen  -  sollte  es denn  offen  sein. Jenseits  der  Via  Belvedere  steigen  wir zwischen  Steinmauern  weiter  nach oben.  Der Weg bringt uns  an  die Via della  Calma  und  direkt  zum  Eingang einer  inmitten  von  Wiesen  und Olivenhainen  gelegenen  Pizzeria.  Von ihrer  weitläufigen  Terrasse  gemessen wir  den  großartigem  Blick  über  eine typische  Gardaseelandschaft. Auf der Via della Calma geht es weiter bergan  nach  dem  nahen  Supiane. Sein Name  kommt von "sö le piane" (=  auf  der  Hochebene).  Die  Via Supiane  führt  uns  durch  die  paar H ä u s e r  des  W e i l e r s  zum "Höhepunkt"  unserer  Wanderung, dem vor  ein  paar Jahren  restaurierten Kirchlein  San  Rocco. Zum  Ortseingang  zurückgekehrt,  verlassen  wir  die  Via  della  Calma  und gehen  am Bildstock mit der Madonna del  Carmine  den  steilen Weg  hinab  -mit wiederum  herrlicher Aussicht  über Gardone  und  das  Gelände  des Vittoriale. 

Der  Weg  mündet  auf  die Verbindungsstraße  von  Gardone  nach San  Michele.  Auf  ihr  gehen  wir  ein paar  Meter  nach  links,  biegen  in  die Via  Belvedere  und  gleich  darauf  nach rechts  in  die Via Magria  ein. An  deren  Ende  steht  -  hoch  über  der Gardesana  -  die  Villa  Gemma,  seit dem  Jahre  1928  eine  bekannte Privatklinik..  Sie  entstand  im  Jahre 1904  als  Pension  Quisisana  und  ist,  wie das  unterhalb  von  ihr  am  See  gelegene Grand  Hotel  Fasano,  ein  Relikt  aus jener Zeit vor dem Ersten Weltkrieg,  als Gardone  und  Fasano  "deutsche" Winterkurorte  waren.  Ebenfalls  an diese  Zeit  erinnert  ein  paar  Schritte weiter  -  am  Corso  Zanardelli  zwischen den  Hausnummern  115  und  119  -  die sorgfältig erhaltene Aufschrift  "..utsches Delicatessengeschäft...". Und  wer  seine  Sehkraft  testen  will, gehe  auf  der  rechten  Straßenseite  weiter  und  versuche  -  zwischen  den Hausnummern  137  und  139  -  eine ähnliche  Stelle  zu  finden.  Er wird  fest-stellen,  daß  es  hier  einmal  -  die  Schrift ist  schamhaft  von  braunem  Verputz verdeckt  -  eine  "Deutsche  Pension"  gab.