Im und über dem Bornico Tag

Zweistündige,  anspruchsvolle Rundwanderung  von  Fasano  Sotto  nach Maclino,  Bezzuglio  und  Fasano  Sopra. Höhenunterschied:  25O  Meter.

 

Der  Bornico Bach  entspringt  im Val  di  Vasegna.  Er  hat,  obwohl  er gewöhnlich  nur  wenig  Wasser führt, den  Schwemmkegel  gebildet, auf  dem  die  "Capo  di  Perotto" genannte  Landzunge  von  Fasano liegt.  Sein  Name  hängt  mit  "borniert"  oder  "begrenzt"  zusammen.

In  der  Tat  bildete  der  Bornico schon  in  römischer  Zeit  die  Grenze zwischen  Maderno  und  Salò,  so  wie auch  heute  noch  die  zwischen Toscolano-Maderno  und  Gardone-Riviera. Von  der  Bushaltestelle  an  der  Piazza Pedrazzi  aus  gehen  wir  die  Via Cipani  hoch,  die  später  in  die  Via Bornico  übergeht.  Wir  überschreiten  den  Bach  und  folgen  dem Schild  "Frantoio  Olive  del  Bornico" nach  links.  Die  Ölmühle  (frantoio) ist  die  letzte  von  dem  halben Dutzend,  die  -  auch  sie  zum  Teil von  unserem  Bach  angetrieben  -einst  in  Fasano  in  Betrieb  waren. An  der  Stelle,  an  der  der  aus  dem Bachgraben  herausführende  Weg, die  Via  Oleificio,  die  Hochfläche von  Maderno  erreicht,  fand  am  23. April  1706  -  während  des Spanischen  Erbfolgekrieges  eine vierstündige  Schlacht  zwischen  spanisch-französischen  Truppen  im Westen  und  österreichischen  im Osten  statt.  Sieger  waren  die Letzteren. Vom  Ortseingang  in  Maclino  aus (Straßenschild  "Sanico",  "Vigole",  ...) machen  wir  einen  kleinen Abstecher  durch  den  Ort  zu  der  in herrlicher  Lage  über  dem  See  stehenden  Kirche.  Besonders  angenehm  läßt  sich  die  Aussicht  von einem  der  beiden  Restaurants  -eines  ist vor,  das  andere  etwas  unterhalb  der  Kirche  -  genießen.

Auf dem  Weiterweg  gehen  wir  links an  dem  Schild  'Via  Maclino Bezzuglio"  vorbei  und  -  mit  Blick auf den  Monte  Pizzocolo  (1583  m)  -wieder  zum  Bachbett  hinab.  Wir überqueren  es  und  steigen  auf  der anderen  Talseite  nach  Bezzuglio hinauf.  Dort  fallen  uns  vor  allem die  Reste  der  hier  "limunere" genannten  Zitronengärten  ins Auge. Es  handelt  sich  um  die  für die  Riviera  di  Salò  typischen Gewächshäuser,  in  denen  bis  vor hundert  Jahren  in  großem  Stil Zitrusfrüchte,  neben  Orangen  und Bergamotten  vor  allem  normale und  Zitronat-Zitronen,  angebaut wurden. Noch  vor  dem  Ortsausgang  geht nach  links  die  Via  Bezzuglio  ab, die  uns  zu  einer kleinen  Kapelle  mit An der via Oleificio einer  "Unbefleckten  Empfängnis  mit den  heiligen  Herkulanus  und  Karl Borromäus"  hinabführt. 

Der  heilige Herkulanus  (links)  ist  der Schutzpatron  des  westlichen Gardaseeufers.  Weiter  unten  sehen wir  auf  der  Landzunge  von  Fasano die  für  die  Gardaseearchitektur  des ausgehenden  19.  Jahrhunderts  typische,  mit  einem  Türmchen  versehene  Villa  Zanardelli  (1888-1892).  Sie war  der  letzte  Wohnsitz  des  italienischen  Staatsmannes  Giuseppe Zanardelli  (1826-1903),  dem  Italien unter  anderem  die  Abschaffung  des Todesstrafe  verdankt. Mit  Blick  auf  die  Riviera  von Fasano  und  Gardone  stoßen  wir noch  weiter  unten  auf  die  Via Resola,  über  die wir wieder  zu  unserem  Ausgangspunkt  gelangen.